Rechtsanwalt Fachanwalt Strafrecht

Verteidigung in Strafsachen

Die Kanzlei ist ausgerichtet auf die Verteidigung in Strafsachen. Wir übernehmen Fälle im gesamten Strafrecht. Dazu zählen neben dem Kernbereich des Strafrechts auch verschiedene Spezialgebiete.

Wir sind uns bewusst, dass Beschuldigungen und Anklagen existenzbedrohliche Bedeutung für unsere Mandanten haben, dass Verhaftungen den Verlust von Arbeit, die Zerstörung von Familien, von Wohnung und sozialen Kontakten haben und Durchsuchungen häufig Stigmatisierung bedeuten. Wir behandeln jeden Einzelfall, auch unscheinbare Fälle so genannter einfacher Kriminalität, mit der gebotenen Diskretion und Aufmerksamkeit. Wir wissen, dass Beschuldigungen und Anklagen Sie oder Ihre Angehörigen in die Krise führen und helfen Ihnen diese zu überwinden.

Amtsdelikte

Amtsdelikte sind solche Straftatbestände, welche sich durch die Willkür durch einen Amtsträger in einer Behörde auszeichnen. Hier eine Übersicht der wesentlichen Tatbestände:

• Vorteilsannahme (§ 331 StGB)

Wenn ein Amtsträger, ein Europäischer Amtsträger oder ein für den öffentlichen Dienst besonders Verpflichteter, der für die Dienstausübung einen Vorteil für sich oder einen Dritten fordert, sich versprechen lässt oder annimmt, wird er mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
Wenn ein Richter, Mitglied eines Gerichts der Europäischen Union oder Schiedsrichter, der einen Vorteil für sich oder einen Dritten als Gegenleistung dafür fordert, sich versprechen lässt oder annimmt, dass er eine richterliche Handlung vorgenommen hat oder künftig vornehme, wird er sogar mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft. Auch der Versuch einer solchen Tat ist strafbar.
Die Vorteilsannahme hat auch arbeitsrechtliche und zivilrechtliche Konsequenzen. So begründet eine Vorteilsannahme in der Regel eine fristlose Kündigung und zudem auch einen Anspruch auf Schadensersatz.

• Bestechlichkeit (§ 332 StGB)

Der Tatbestand umfasst einen Amtsträger (Richter, Beamter, Tarifbeschäftigter im öffentlichen Dienst usw.), einen für den öffentlichen Dienst besonders Verpflichteten oder einen Soldaten der Bundeswehr, der als Gegenleistung dafür, dass er eine Amtshandlung (mit der der Amtsträger seine Dienstpflichten verletzt) vorgenommen hat oder künftig vornehmen wird und dafür einen Vorteil für diesen oder einen Dritten fordert oder sich gewähren lässt.

Die pflichtwidrige Diensthandlung kann in der Vergangenheit, Gegenwart oder Zukunft liegen. Ist die Diensthandlung, für die der Amtsträger eine Gegenleistung fordert, sich versprechen lässt oder annimmt, nicht pflichtwidrig, so liegt lediglich Vorteilsannahme vor. Der Strafrahmen liegt bei Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren. In minder schweren Fällen ist die Strafe Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe. Auch hier ist der Versuch strafbar.

• Vorteilsgewährung (§ 333 StGB)

Hiernach ist derjenige strafbar, der einem Amtsträger, einem Europäischen Amtsträger (Amtsträger der EU), einem für den öffentlichen Dienst besonders Verpflichteten oder einem Soldaten der Bundeswehr für die Dienstausübung einen Vorteil für diesen oder einen Dritten anbietet, verspricht oder gewährt. Der Strafrahmen bewegt sich hier zwischen Geldstrafe bis hin zur Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren.

• Bestechung (§ 334 StGB)

Bestechung begeht, wer einer Beamtin bzw. einem Beamten als Gegenleistung dafür, dass er unter Verletzung seiner Dienstpflicht eine Amtshandlung vorgenommen hat oder künftig vornehmen wird, einen Vorteil für sich oder einen Dritten anbietet, verspricht oder gewährt.
Bestechung wird mit Freiheitsstrafe von 3 Monaten bis hin zu 5 Jahren bestraft.

• Rechtsbeugung (§ 339 StGB)

Wenn ein Richter, ein anderer Amtsträger oder ein Schiedsrichter, welcher sich bei der Leitung oder Entscheidung einer Rechtssache zugunsten oder zum Nachteil einer Partei einer das Recht beugt, wird er mit Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu fünf Jahren bestraft.

Begünstigung, Strafvereitelung, Hehlerei

>>> Begünstigung (§ 257 StGB)

Wer einem anderen, der eine rechtswidrige Tat begangen hat, in der Absicht Hilfe leistet, ihm die Vorteile der Tat zu sichern, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

>>> Strafvereitelung (§ 258 StGB)

Wer absichtlich oder wissentlich ganz oder zum Teil vereitelt, dass ein anderer dem Strafgesetz gemäß wegen einer rechtswidrigen Tat bestraft oder einer Maßnahme (§ 11 Abs. 1 Nr. 8) unterworfen wird, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft. Der Versuch ist strafbar.

>>> Hehlerei (§ 259 StGB)

Wer eine Sache, die ein anderer gestohlen oder sonst durch eine gegen fremdes Vermögen gerichtete rechtswidrige Tat erlangt hat, ankauft oder sonst sich oder einem Dritten verschafft, sie absetzt oder absetzen hilft, um sich oder einen Dritten zu bereichern, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft. Der Versuch ist strafbar.

Betrug + Untreue

>>> Betrug (§ 263 StGB)

Ein Betrug liegt dann vor, wenn ein Täter in der Absicht, sich oder einem Dritten einen rechtswidrigen Vermögensvorteil zu verschaffen, das Vermögen eines anderen dadurch beschädigt, dass er durch Vorspiegelung falscher oder durch Entstellung oder Unterdrückung wahrer Tatsachen einen Irrtum erregt oder unterhält. Der Versuch ist strafbar.

Der einfache Betrug ist mit einer Freiheitsstrafe von bis zu 5 Jahren oder mit Geldstrafe bedroht.

In besonders schweren Fällen ist die Strafe Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren. Ein besonders schwerer Fall liegt in der Regel vor, wenn der Täter

– gewerbsmäßig oder als Mitglied einer Bande handelt, die sich zur fortgesetzten Begehung von Urkundenfälschung oder Betrug verbunden hat,
– einen Vermögensverlust großen Ausmaßes herbeiführt oder in der Absicht handelt, durch die fortgesetzte Begehung von Betrug eine große Zahl von Menschen in die Gefahr des Verlustes von Vermögenswerten zu bringen,
– eine andere Person in wirtschaftliche Not bringt,
– seine Befugnisse oder seine Stellung als Amtsträger oder Europäischer Amtsträger mißbraucht oder
– einen Versicherungsfall vortäuscht, nachdem er oder ein anderer zu diesem Zweck eine Sache von bedeutendem Wert in Brand gesetzt oder durch eine Brandlegung ganz oder teilweise zerstört oder ein Schiff zum Sinken oder Stranden gebracht hat.

Bei den Betrugstatbeständen handelt es sich um sogenannte Offizialdelikte, die von Amts wegen auch dann weiterverfolgt werden, wenn eine Strafanzeige zurückgenommen wird.

>>> Computerbetrug (§ 263a StGB)

Die Strafnorm des § 263a StGB bezweckt ebenfalls den Schutz des Vermögens. Hierzu verbietet sie Handlungen, bei denen eine Person, ein Unternehmen oder eine Organisation durch das Manipulieren von Computern in betrügerischer Art finanziell geschädigt wird. Vorbild für den Tatbestand des Computerbetrugs ist der des Betruges (§ 263 StGB), der lediglich Täuschungen gegenüber Menschen erfasst.
Der Strafrahmen liegt bei Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder eine Geldstrafe.

>>> Subventionsbetrug (§ 264 StGB)

Beim Subventionsbetrug handelt es sich um eine betrugsmäßige Täuschung über subventionserhebliche Tatsachen gegenüber dem Subventionsgeber durch falsche Angaben oder Bescheinigungen oder eine Verwendung der Sach- oder Geldleistungen entgegen der subventionserheblichen Beschränkung. Im Falle einer Verurteilung kann der Täter hierfür mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft werden. In besonders schweren Fällen (bspw. wenn der Täter seine Befugnisse oder seine Stellung als Amtsträger oder Europäischer Amtsträger missbraucht) liegt der Strafrahmen bei Freiheitstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren.

>>> Untreue (§ 266 StGB)

Untreue begeht, wer die ihm durch Gesetz, behördlichen Auftrag oder Rechtsgeschäft eingeräumte Befugnis, über fremdes Vermögen zu verfügen oder einen anderen zu verpflichten, missbraucht oder die ihm kraft Gesetzes, behördlichen Auftrags, Rechtsgeschäfts oder eines Treueverhältnisses obliegende Pflicht, fremde Vermögensinteressen wahrzunehmen, verletzt und dadurch dem, dessen Vermögensinteressen er zu betreuen hat, Nachteil zufügt. Der Strafrahmen liegt hier bei Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe.

>>> Vorenthalten und Veruntreuen von Arbeitsentgelt (§ 266a StGB)

Wer als Arbeitgeber der Einzugsstelle Beiträge des Arbeitnehmers zur Sozialversicherung einschließlich der Arbeitsförderung, unabhängig davon, ob Arbeitsentgelt gezahlt wird, vorenthält, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft. Dies wird mit Freiheitsstrafe bis zu 5 Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
In besonders schweren Fällen ist die Strafe Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren. Ein besonders schwerer Fall liegt beispielsweise dann vor, wenn der Täter aus grobem Eigennutz in großem Ausmaß Beiträge vorenthält oder unter Verwendung nachgemachter oder verfälschter Belege fortgesetzt Beiträge vorenthält.

Drogendelikte (Betäubungsmittel)

• Anbau, Handel, Erwerb, Einfuhr, Besitz von Betäubungsmitteln (Auswahl): Cannabis. Kokain, MDMA, Opium, Heroin, § 29 BtMG: Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu 5 Jahren, in besonders schweren Fällen nicht unter einem Jahr Freiheitsstrafe
• Handeltreiben mit nicht geringer Menge BtM, § 29a StGB, Freiheisstrafe 1 Jahr bis zu 15 Jahren
• Bandenmäßige Organisation, gewerbsmäßiger Handel mit nicht geringer Menge oder Einfuhr nicht geringer Menge, § 30 BtMG, Freiheitsstrafe 2 Jahre bis zu 15 Jahren
• Bandenmäßiger Handel, Anbau, Einfuhr einer nicht geringen Menge § 30a BtMG, Freiheitsstrafe 5 Jahre bis zu 15 Jahren
• Handel mit nicht geringer Menge unter Mitführung einer Schusswaffe oder eines Gegenstandes, der seiner Art nach zur Verletzung von Personen geeignet und bestimmt ist, § 30a BtMG, Freiheitsstrafe 5 Jahre bis zu 15 Jahren

Eigentumsdelikte (Diebstahl, Raub, Erpessung...)

Betrug

• Betrug, § 263 StGB, Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu 5 Jahren
• Besonders schwerer Fall des Betrugs, § 263 II StGB, Freiheitstrafe 6 Monate bis 10 Jahre
• Computerbetrug, § 263a StGB, Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu 5 Jahren
• Versicherungsmißbrauch, § 265 StGB, Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis 3 Jahre

Diebstahl / Unterschlagung

• Diebstahl, § 242 StGB, Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu 5 Jahren
• Besonders schwerer Fall des Diebstahls, § 243 StGB, 3 Monate bis zu 10 Jahren Freiheitsstrafe
• Diebstahl mit Waffen, Bandendiebstahl, Wohnungseinbruchdiebstahl, § 244 StGB, 6 Monate bis zu 10 Jahren Freiheitsstrafe
• Schwerer Bandendiebstahl, § 244a StGB, 1 bis 10 Jahre Freiheitsstrafre
• Unterschlagung, § 246 StGB, Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu 3 Jahren

Raub / Erpressung

• Raub, § 249 StGB, Freiheitsstrafe 1 Jahr bis zu 15 Jahren
• Schwerer Raub, § 250 StGB, Freiheitsstrafe 3 Jahre bis zu 15 Jahren
• Räubersicher Diebstahl, § 252 StGB, Freiheitsstrafe 1 Jahr bis zu 15 Jahren
• Erpressung, § 253 StGB, Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu 5 Jahren
• Räuberische Erpressung, § 255, Freiheitsstrafe 1 Jahr bis zu 15 Jahren

Ehrdelikte (Beleidigungen)

Als Ehrdelikte bezeichnet man im Strafrecht Handlungen, welche sich gegen die Ehre eines anderen Menschen richten. Sie sind im Strafgesetzbuch in den §§ 185 ff. geregelt. Hier die wesentlichen Vorschriften:

>>> Beleidigung (§ 185 StGB)

Die Beleidigung wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe und, wenn die Beleidigung mittels einer Tätlichkeit begangen wird, mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

>>> Üble Nachrede (§ 186 StGB)

Wer in Beziehung auf einen anderen eine Tatsache behauptet oder verbreitet, welche denselben verächtlich zu machen oder in der öffentlichen Meinung herabzuwürdigen geeignet ist, wird, wenn nicht diese Tatsache erweislich wahr ist, mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe und, wenn die Tat öffentlich oder durch Verbreiten eines Inhalts begangen ist, mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

>>> Verleumdung (§ 187 StGB)

Wer wider besseres Wissen in Beziehung auf einen anderen eine unwahre Tatsache behauptet oder verbreitet, welche denselben verächtlich zu machen oder in der öffentlichen Meinung herabzuwürdigen oder dessen Kredit zu gefährden geeignet ist, wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe und, wenn die Tat öffentlich, in einer Versammlung oder durch Verbreiten eines Inhalts begangen ist, mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

Falschaussagen

Bei den Delikten der Falschaussage sollen Behörden und Gerichte davor geschützt werden, dass Zeugen dort falsche Angaben machen bzw. falsch aussagen. Hierunter fallen insbesondere folgende Vorschriften:

>>> Falsche uneidliche Aussage (§ 153 StGB)

Wer vor Gericht oder vor einer anderen zur eidlichen Vernehmung von Zeugen oder Sachverständigen zuständigen Stelle als Zeuge oder Sachverständiger uneidlich falsch aussagt, wird mit Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren bestraft.

>>> Meineid (§ 154 StGB)

Wer vor Gericht oder vor einer anderen zur Abnahme von Eiden zuständigen Stelle falsch schwört, wird mit Freiheitsstrafe nicht unter einem Jahr bestraft. In minder schweren Fällen ist die Strafe Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren.

>>> Falsche Versicherung an Eides Statt (§ 156 StGB)

Wer vor einer zur Abnahme einer Versicherung an Eides Statt zuständigen Behörde eine solche Versicherung falsch abgibt oder unter Berufung auf eine solche Versicherung falsch aussagt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

Freiheitsberaubungen

Hierunter fallen verschiedene Ausformungen strafbarer Freiheitsverletzungen, wie beispielsweise die:

>>> Nötigung (§ 240 StGB)

Wer einen Menschen rechtswidrig mit Gewalt oder durch Drohung mit einem empfindlichen Übel zu einer Handlung, Duldung oder Unterlassung nötigt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft. Der Versuch ist strafbar. In besonders schweren Fällen ist die Strafe Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren. Ein solcher liegt bspw. vor, wenn eine Schwangere zum Schwangerschaftsabbruch genötigt wird.

>>> Bedrohung (§ 241 StGB)

Wer einen Menschen mit der Begehung eines gegen ihn oder eine ihm nahestehende Person gerichteten Verbrechens bedroht, wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft.
Ebenso wird bestraft, wer wider besseres Wissen einem Menschen vortäuscht, dass die Verwirklichung eines gegen ihn oder eine ihm nahestehende Person gerichteten Verbrechens bevorstehe.

>>> Nachstellung – Stalking (§ 238 StGB)

Mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer einer anderen Person in einer Weise unbefugt nachstellt, die geeignet ist, deren Lebensgestaltung schwerwiegend zu beeinträchtigen, indem er bspw. beharrlich die räumliche Nähe dieser Person aufsucht oder unter Verwendung von Telekommunikationsmitteln oder sonstigen Mitteln der Kommunikation oder über Dritte Kontakt zu dieser Person herzustellen versucht.
Auf Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren ist zu erkennen, wenn der Täter das Opfer, einen Angehörigen des Opfers oder eine andere dem Opfer nahestehende Person durch die Tat in die Gefahr des Todes oder einer schweren Gesundheitsschädigung bringt.
Verursacht der Täter durch die Tat den Tod des Opfers, eines Angehörigen des Opfers oder einer anderen dem Opfer nahestehenden Person, so ist die Strafe Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu zehn Jahren.

>>> Freiheitsberaubung (§ 239 StGB)

Wer einen Menschen einsperrt oder auf andere Weise der Freiheit beraubt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft. Der Versuch ist strafbar.
Auf Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu zehn Jahren ist zu erkennen, wenn der Täter
das Opfer länger als eine Woche der Freiheit beraubt oder durch die Tat
oder eine während der Tat begangene Handlung eine schwere Gesundheitsschädigung des Opfers verursacht.
Verursacht der Täter durch die Tat oder eine während der Tat begangene Handlung den Tod des Opfers, so ist die Strafe Freiheitsstrafe nicht unter drei Jahren.

>>> Menschenraub (§ 234 StGB)

Wer sich einer anderen Person mit Gewalt, durch Drohung mit einem empfindlichen Übel oder durch List bemächtigt, um sie in hilfloser Lage auszusetzen oder dem Dienst in einer militärischen oder militärähnlichen Einrichtung im Ausland zuzuführen, wird mit Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu zehn Jahren bestraft.

>>> Erpresserischer Menschenraub (§ 239a StGB)

Wer einen Menschen entführt oder sich eines Menschen bemächtigt, um die Sorge des Opfers um sein Wohl oder die Sorge eines Dritten um das Wohl des Opfers zu einer Erpressung (§ 253 StGB)) auszunutzen, oder wer die von ihm durch eine solche Handlung geschaffene Lage eines Menschen zu einer solchen Erpressung ausnutzt, wird mit Freiheitsstrafe nicht unter fünf Jahren bestraft.

Körperverletzungen

Die Körperverletzungsdelikte sind im Strafgesetzbuch in den §§ 223 ff. geregelt. Hier ein Überblich der wesentlichen Vorschriften:

>>> Körperverletzung (§ 223 StGB)

Wer eine andere Person körperlich misshandelt oder an der Gesundheit schädigt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft. Der Versuch ist strafbar.

>>> Gefährliche Körperverletzung (§ 224 StGB)

Wer die Körperverletzung
1. durch Beibringung von Gift oder anderen gesundheitsschädlichen Stoffen,
2. mittels einer Waffe oder eines anderen gefährlichen Werkzeugs,
3. mittels eines hinterlistigen Überfalls,
4. mit einem anderen Beteiligten gemeinschaftlich oder
5. mittels einer das Leben gefährdenden Behandlung
begeht, wird mit Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren, in minder schweren Fällen mit Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren bestraft.

>>> Schwere Körperverletzung (§ 226 StGB)

Hat die Körperverletzung zur Folge, dass die verletzte Person
1. das Sehvermögen auf einem Auge oder beiden Augen, das Gehör, das Sprechvermögen oder die Fortpflanzungsfähigkeit verliert,
2. ein wichtiges Glied des Körpers verliert oder dauernd nicht mehr gebrauchen kann oder
3. in erheblicher Weise dauernd entstellt wird oder in Siechtum, Lähmung oder geistige Krankheit oder Behinderung verfällt,
so ist die Strafe Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu zehn Jahren.

>>> Körperverletzung mit Todesfolge (§ 227 StGB)

Verursacht der Täter durch die Körperverletzung (§§ 223 bis 226a) den Tod der verletzten Person, so ist die Strafe Freiheitsstrafe nicht unter drei Jahren.
In minder schweren Fällen ist auf Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu zehn Jahren zu erkennen.

Sexuelle Selbstbestimmung

Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung bezeichnet im deutschen Strafrecht den dreizehnten Abschnitt des Strafgesetzbuchs (§§174 bis 184j StGB). Er definiert das Sexualstrafrecht in der Bundesrepublik Deutschland.

–> Weitergehende Informationen finden Sie auf dieser Seite unter dem Menüpunkt „Sexualstrafrecht“

Straftaten gegen die öffentliche Ordnung

Hierunter fallen beispielsweise folgende Vorschriften:

>>> Hausfriedensbruch (§ 123 StGB)

Wer in die Wohnung, in die Geschäftsräume oder in das befriedete Besitztum eines anderen oder in abgeschlossene Räume, welche zum öffentlichen Dienst oder Verkehr bestimmt sind, widerrechtlich eindringt, oder wer, wenn er ohne Befugnis darin verweilt, auf die Aufforderung des Berechtigten sich nicht entfernt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft.
Die Tat wird nur auf Antrag verfolgt.

>>> Landfriedensbruch (§ 125 StGB)

Wer sich an
1. Gewalttätigkeiten gegen Menschen oder Sachen oder
2. Bedrohungen von Menschen mit einer Gewalttätigkeit
die aus einer Menschenmenge in einer die öffentliche Sicherheit gefährdenden Weise mit vereinten Kräften begangen werden, als Täter oder Teilnehmer beteiligt oder wer auf die Menschenmenge einwirkt, um ihre Bereitschaft zu solchen Handlungen zu fördern, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

>>> Bildung krimineller Vereinigungen (§ 129 StGB)

Mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer eine Vereinigung gründet oder sich an einer Vereinigung als Mitglied beteiligt, deren Zweck oder Tätigkeit auf die Begehung von Straftaten gerichtet ist, die im Höchstmaß mit Freiheitsstrafe von mindestens zwei Jahren bedroht sind. 2Mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer eine solche Vereinigung unterstützt oder für sie um Mitglieder oder Unterstützer wirbt.

Tötungsdelikte (Kapitalverbrechen)

Bei den Tötungsdelikten handelt es sich um sogenannte Erfolgsdelikte, die als Taterfolg den Tod eines Menschen voraussetzen. Hierunter zählen namentlich der Mord (§ 211 StGB), der Totschlag (§ 212 StGB), die Tötung auf Verlangen (§ 216 StGB), der Schwangerschaftsabbruch (§ 218 StGB) sowie die fahrlässige Tötung (§ 222 StGB). Hier eine Auswahl der wesentlichen Vorschriften:

>>> Fahrlässige Tötung (§ 212 StGB)

Wer durch Fahrlässigkeit den Tod eines Menschen verursacht, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

>>> Mord (§ 211 StGB)

Der Mörder wird mit lebenslanger Freiheitsstrafe bestraft.
Mörder ist, wer
aus Mordlust, zur Befriedigung des Geschlechtstriebs, aus Habgier oder sonst aus niedrigen Beweggründen,
heimtückisch oder grausam oder mit gemeingefährlichen Mitteln oder
um eine andere Straftat zu ermöglichen oder zu verdecken,
einen Menschen tötet.

>>> Totschlag (§ 212 StGB)

Wer einen Menschen tötet, ohne Mörder zu sein, wird als Totschläger mit Freiheitsstrafe nicht unter fünf Jahren bestraft.
In besonders schweren Fällen ist auf lebenslange Freiheitsstrafe zu erkennen.

–> Weitergehende Informationen finden Sie auf dieser Seite im Menüpunkt „Kapitalstrafsachen“

Urkunds- und Fälschungsdelikte

Die Urkunden- oder Urkundsdelikte umfassen diejenigen Fälschungsdelikte im Rechtsverkehr, die in den §§ 267 bis 282 des Strafgesetzbuches geregelt sind. Urkundsdelikte schützen im Allgemeinen die Sicherheit und Zuverlässigkeit des Rechtsverkehrs. Hier eine kurze Übersicht der wesentlichen Vorschriften:

>>> Urkundenfälschung (§ 267 StGB)

Wer zur Täuschung im Rechtsverkehr eine unechte Urkunde herstellt, eine echte Urkunde verfälscht oder eine unechte oder verfälschte Urkunde gebraucht, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
Der Versuch ist strafbar.
In besonders schweren Fällen ist die Strafe Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren. Ein besonders schwerer Fall liegt in der Regel vor, wenn der Täter
1. gewerbsmäßig oder als Mitglied einer Bande handelt, die sich zur fortgesetzten Begehung von Betrug oder Urkundenfälschung verbunden hat,
2. einen Vermögensverlust großen Ausmaßes herbeiführt,
3. durch eine große Zahl von unechten oder verfälschten Urkunden die Sicherheit des Rechtsverkehrs erheblich gefährdet oder
4. seine Befugnisse oder seine Stellung als Amtsträger oder Europäischer Amtsträger missbraucht.

>>> Fälschung technischer Aufzeichnungen (§ 268 StGB)

Wer zur Täuschung im Rechtsverkehr
1. eine unechte technische Aufzeichnung herstellt oder eine technische Aufzeichnung verfälscht oder
2. eine unechte oder verfälschte technische Aufzeichnung gebraucht,
wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

>>> Urkundenunterdrückung (§ 274 StGB)

Mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer
1. eine Urkunde oder eine technische Aufzeichnung, welche ihm entweder überhaupt nicht oder nicht ausschließlich gehört, in der Absicht, einem anderen Nachteil zuzufügen, vernichtet, beschädigt oder unterdrückt,
2. beweiserhebliche Daten (§ 202a Abs. 2), über die er nicht oder nicht ausschließlich verfügen darf, in der Absicht, einem anderen Nachteil zuzufügen, löscht, unterdrückt, unbrauchbar macht oder verändert oder
3. einen Grenzstein oder ein anderes zur Bezeichnung einer Grenze oder eines Wasserstandes bestimmtes Merkmal in der Absicht, einem anderen Nachteil zuzufügen, wegnimmt, vernichtet, unkenntlich macht, verrückt oder fälschlich setzt.

>>> Verschaffen von falschen amtlichen Ausweisen (§ 276 StGB)

Wer einen unechten oder verfälschten amtlichen Ausweis oder einen amtlichen Ausweis, der eine falsche Beurkundung der in den §§ 271 und 348 bezeichneten Art enthält,
1. einzuführen oder auszuführen unternimmt oder
2. in der Absicht, dessen Gebrauch zur Täuschung im Rechtsverkehr zu ermöglichen, sich oder einem anderen verschafft, verwahrt oder einem anderen überlässt,
wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

Verkehrsdelikte

• Unerlaubtes Entfernen vom Unfallort (Fahrerflucht), § 142 StGB, Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu 3 Jahren
• Gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr, § 315 b StGB, Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu 5 Jahren
• Gefährdung des Straßenverkehrs, § 315 c StGB, Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu 5 Jahren
• Trunkenheit im Verkehr, § 316 StGB, Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr
• Vollrausch, § 323 a StGB, Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu 5 Jahren

-> Weitergehende Informationen finden Sie auf dieser Seite im Menüpunkt „Verkehrsstrafrecht“

Verletzungen des Geheimbereiches

Die Verletzung des persönlichen Lebens- und Geheimbereichs ist im Strafgesetzbuch in den §§ 201 bis 210 StGB geregelt. Hier eine Übersicht der wesentlichen Normen:

>>> Verletzung der Vertraulichkeit des Wortes (§ 201 StGB)

Mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer unbefugt
1. das nichtöffentlich gesprochene Wort eines anderen auf einen Tonträger aufnimmt oder
2. eine so hergestellte Aufnahme gebraucht oder einem Dritten zugänglich macht.

>>> Verletzung des Briefgeheimnisses (§ 202 StGB)

Wer unbefugt
1. einen verschlossenen Brief oder ein anderes verschlossenes Schriftstück, die nicht zu seiner Kenntnis bestimmt sind, öffnet oder
2. sich vom Inhalt eines solchen Schriftstücks ohne Öffnung des Verschlusses unter Anwendung technischer Mittel Kenntnis verschafft,
wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft, wenn die Tat nicht in § 206 mit Strafe bedroht ist.

>>> Ausspähen von Daten (§ 202a StGB)

Wer unbefugt sich oder einem anderen Zugang zu Daten, die nicht für ihn bestimmt und die gegen unberechtigten Zugang besonders gesichert sind, unter Überwindung der Zugangssicherung verschafft, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

>>> Verwertung fremder Geheinisse (§ 204 StGB)

Wer unbefugt ein fremdes Geheimnis, namentlich ein Betriebs- oder Geschäftsgeheimnis, zu dessen Geheimhaltung er nach § 203 verpflichtet ist, verwertet, wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

Tätigkeitsfelder

Wir verteidigen Sie in sämtlichen Verfahrenssituationen. Hier eine Auswahl unserer Tätigkeiten:

  • Verteidigung im Ermittlungsverfahren
  • Verteidigung in der Hauptverhandlung
  • Verteidigung gegen Untersuchungshaft
  • Verteidigung bei Durchsuchung
  • Verteidigung bei Beschlagnahme und Einziehung
  • Verteidigung in der Berufung
  • Verteidigung in der Revision
  • Verfassungs- und Menschenrechtsbeschwerden
  • Zeugenbeistandschaft
  • Präventivberatung (Compliance)
  • Unternehmensverteidigung

Fachanwälte für Strafrecht | Strafverteidiger

Als Strafverteidiger und Fachanwälte für Strafrecht sind wir ausschließlich im Strafrecht tätig. Diese Spezialisierung gewährleistet eine hohe fachliche Expertise und breite forensische Erfahrung vor Gericht. Wir entwickeln fallbezogene und kreative Lösungsstrategien. Wir verfolgen, auch wenn wir uns auf die Strafverteidigung konzentrieren, einen „ganzheitlichen“ Ansatz und lassen Sie in weiteren Rechtsfragen mit Fallbezug nicht alleine. Wir bilden uns laufend fort und sind selbst als Dozenten im Rahmen von Fortbildungsveranstaltungen und Publikationen tätig. Darüber hinaus engagieren wir uns auch in der Aus- und Fortbildung von anwaltlichem Nachwuchs.

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